Hunedoara - Eisenmarkt
Wo der Rabe wacht und alte Legenden lebendig sind
Hunedoara hat heute etwa 50.000 Einwohner. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Stadt im Jahr 1265. Im Mittelalter herrschte hier die mächtige Adelsfamilie der Hunyadi. Einst war Eisenmarkt die zweitgrößte Eisenhütte Rumäniens – heute sind die Hochöfen stillgelegt, die meisten längst gesprengt. Absolut sehenswert ist die Burg Hunedoara, auf Deutsch auch „Schwarze Burg“ genannt.
Die Burg, die ebenso als Burg Corvinus oder einfach Burg Corvin bekannt ist, hat mich tief beeindruckt. Diese eindrucksvolle Felsenburg mit ihren gotischen Türmen wurde im 15. Jahrhundert auf den Resten einer älteren Wehranlage errichtet. Abgesehen davon, dass sie eine großartige Filmkulisse bietet und auch regelmäßig dafür genutzt wird, war sie für mich von ganz besonderem Interesse: Sie diente mir als wunderbare Vorlage für meine Burg Ravnfjell.
In meinen Lenny-Romanen liegt diese allerdings hoch oben auf einem Berg in Nordnorwegen – mit Blick auf das eisige Nordmeer und die uralten, gewaltigen Lofoten. Natürlich trägt einer meiner Hauptprotagonisten den Namen „Corvin“ – ein Nachfahre einer alten Wikingerfamilie, ausgestattet mit ungewöhnlichen Fähigkeiten. Das Wappen der rumänischen Burg zeigt passenderweise einen Raben mit einem goldenen Ring im Schnabel, denn „Corvinus“ bedeutet „Rabe“. Der Legende nach soll Johann Hunyadi ein unehelicher Sohn von König Sigismund von Luxemburg gewesen sein. Dieser schenkte seiner Geliebten zur Geburt des Kindes einen Ring. Ein Rabe stahl den Ring – wurde jedoch getötet, sodass Johann Hunyadi ihn zurückerhielt.
Eine wunderschöne Burganlage, die bis heute den Geist vergangener Zeiten bewahrt hat.



